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Musée d'Orsay - Impressionisten und Architektur

Das Musée d'Orsay ist das jüngste unter den großen Kunstmuseen von Paris. Eröffnet wurde es 1996 im großzügig umgebauten Gebäude des ehemaligen Bahnhofs Gare d'Orsay am Südufer der Seine in Höhe der Tuilerien. Als Bahnhof wurde das Bauwerk übrigens nur für wenige Jahre genutzt: 1900 wurde der Bau für Züge in Richtung Orléans eingeweiht, aber schon 1939 musste der Bahnhof wieder geschlossen werden - die immer länger werdenden Züge benötigten längere Bahnsteige, die sich an dieser Stelle der Stadt nicht realisieren ließen.

So stand das Bauwerk über lange Zeit leer, bis es schließlich Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum Museum umgebaut wurde. Hier fanden die Kunstwerke ihre neue Heimat, die zuvor auf der anderen Seite der Seine im so genannten Jeu de Paume in den Tuilerien-Gärten ausgestellt wurden.

Die Umbauten zum Museum unter Leitung der italienischen Architektin Gae Aulenti fielen wahrhaft spektakulär aus: Die gesamte Haupthalle des ehemaligen Bahnhofs wurde vollständig entkernt. Rechts und links vom Eingang aus gesehen wurden neue Museumssäle eingebaut und das durch das gewaltige Dachgewölbe eintretende Tageslicht wurde genutzt, um eine große, helle Skulpturengalerie in der Mitte des Gebäudes zu realisieren. Ausstellungsräume für Gemälde befinden sich auch auf Höhe des Dachgewölbes. Wer auf der Suche nach den berühmten Gemälden der Impressionisten ist, für die das Musée d'Orsay besonders bekannt ist, der sollte sich am besten schon am Eingang einen der kostenlosen Lagepläne mitnehmen. Die Räume hoch oben über der alten Bahnhofshalle sind nämlich nicht ganz leicht zu finden. Die Architektin Aulenti musste sich bei der Eröffnung des Museums übrigens manche Kritik gefallen lassen. Die überwältigende Architektur des Gebäudes steche die darin ausgestellten Kunstwerke aus, hieß ein häufig geäußerter Vorwurf. Als Paris-Besucher kann es einem nur Recht sein: Sowohl Freunde moderner Architektur als auch die Anhänger der bildenden Kunst kommen im Musée d'Orsay voll auf ihre Kosten.

Ausgestellt wird eine weltweit einzigartige Sammlung französischer Impressionisten. Aber auch die Sammlungen von Kunstobjekten anderer Stilrichtungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind von überwältigender Qualität. Um nur die Namen einiger der hier vertretenen Künstler zu nennen: Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Gustav Klimt, Édouard Manet, Henri Matisse, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Auguste Rodin und Henri de Toulouse-Lautrec.