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Metro, RER und Bus in Paris - wie funktioniert das?

Wer Paris zum ersten Mal besucht und bisher ausschließlich an die U-Bahnen in deutschen Großstädten gewöhnt ist, der erlebt in der Pariser Metro schnell eine Überraschung: Die unterirdischen Gänge in den Stationen scheinen oft endlos lang zu sein. Immer wieder geht es um noch eine Biegung, noch eine Treppe hinauf und später wieder hinab, und dann noch mal das gleiche. In den großen Umsteigestationen verlieren auch Menschen mit guter Orientierung nach wenigen Minuten jedes Gefühl für die Richtung, in der der gesuchte Bahnsteig denn nun liegen könnte. Aber keine Sorge: Es ist alles ausgeschildert, und das System der Metro ist eigentlich kinderleicht. Französische Sprachkenntnisse benötigt man keine, nur einen Metro-Plan, den man aber bei einer Busreise nach Paris meist schon während der Anreise vom Reiseleiter ausgehändigt bekommt. Ansonsten liegen in allen Metrostationen an den Fahrkartenschaltern entsprechende Faltpläne aus, und an den Wänden hängen sie natürlich auch noch einmal im Großformat.

Reisende, die zum ersten Mal eine Busreise nach Paris unternehmen, haben manchmal regelrechte Hemmungen, in Paris die Metro zu benutzen. Lieber bewegen sie sich zu Fuß oberirdisch durch die Stadt. Bitte begehen Sie diesen Fehler nicht! Paris ist groß, sehr groß. Zu Fuß werden Sie nur einen Bruchteil dessen sehen, was die Stadt ihren Besuchern zu bieten hat, und am Abend werden Ihnen die Füße schmerzen. Dabei ist die Fahrt mit der Metro so einfach, schnell und günstig. Und letztlich zählt die Metro selbst ja auch zu den Pariser Sehenswürdigkeiten, die man einfach nicht verpassen darf.

So geht's: Die in den Gängen der Stationen ausgeschilderten Richtungen bezeichnen jeweils die Endstationen der insgesamt 16 Metro-Linien. Sie müssen auf ihrem Plan also nur der Linie, mit der Sie fahren möchten, mit dem Finger bis zu ihrem Ende folgen, und schon wissen Sie wie die Endstation heißt und somit, welchen Schildern Sie in den Gängen folgen müssen. Bevor es losgeht, benötigen Sie natürlich ein Ticket. Die gibt es zwar auch an verschiedenen Automaten, einfacher ist jedoch der Kauf am Schalter (auch wenn Sie kein Französisch sprechen, wirklich!). Einzeltickets sind unverhältnismäßig teuer (1,50 Euro), und Sie werden während Ihres Aufenthalts in Paris ohnehin so manches Ticket benötigen. Üblicherweise kauft man daher gleich zehn Fahrscheine auf einmal, dass nennt sich dann "Carnet" (sprich: Karnee) und kostet derzeit 11,10 Euro. Lächeln Sie freundlich die Person hinter dem Schalter an und verlangen Sie dann mit sicherer Stimme "Une carnet s'il vous plait." Ganz einfach? Genau. Um die Einlassschranken zu durchqueren müssen Sie ein unbenutztes Ticket in das Lesegerät schieben, das abgestempelte Ticket wieder entnehmen, und schon können Sie die Schranke passieren. Das entwertete Ticket bewahren Sie bitte auf bis Sie die Schranke am Ende Ihrer Fahrt wieder durchschritten haben, denn hin und wieder werden in den Metro-Gängen (meist versteckt hinter einer der zahllosen Biegungen) Fahrscheinkontrollen vorgenommen. Wenn Sie aus dem Zug aussteigen und den Ausgang suchen, dann schauen Sie nach den blauen Schildern mit der Aufschrift "Sortie". Wollen Sie in eine andere Linie umsteigen, halten Sie Ausschau nach Schildern mit der Bezeichnung "correspondance" und der Nummer der Linie, die Sie als nächstes nehmen möchten. Mit einem Ticket können Sie beliebig oft umsteigen, aber sobald Sie in einer Metrostation die Ausgangsschranken durchqueren, verliert das Ticket seine Gültigkeit.

Noch ein Tipp: Für Vielfahrer lohnt sich oft der Kauf einer Tageskarte. Sie heißt "Mobili" und kostet für den Innenstadtbereich ("deux zones") aktuell 5,60 Euro. Mit dem Mobili können Sie auch mit dem Bus beliebig häufig umsteigen, während mit einfachen Tickets bei jedem Buswechsel ein neues Ticket entwertet werden muss.

Nur selten werden Sie in Paris mit der Vortortbahn RER fahren. RER-Züge verkehren zwischen den oft weit vom Zentrum entfernt liegenden Stadtteilen und der Innenstadt, haben im Stadtzentrum aber nur wenige Haltestellen. Die RER ist für Sie das Verkehrsmittel der Wahl, wenn Sie sich auf den Weg nach Versailles oder hinaus zu Disneyland machen möchten. Die Tarifstruktur ist hier deutlich komplexer, so dass es (bei fehlenden Sprachkenntnissen) am einfachsten ist, am Fahrkartenschalter mit einem Lächeln im Fahrplan auf die gewünschte Endstation zu tippen und die Anzahl der gewünschten Ticket mit den Fingern anzuzeigen. Klappt immer, und die von manchen behauptete Arroganz der Pariser gegenüber Besuchern der Stadt, die der französischen Sprache nicht mächtig sind, können wir nicht bestätigen. Im Gegenteil: Jeder wird Ihnen in Paris gerne weiter helfen, trauen Sie sich nur, ohne Scheu und mit freundlichem Lächeln (sehr wichtig, denn die Franzosen sind ein ungemein höfliches Volk) auf die Einheimischen zuzugehen.