Centre Pompidou - Kulturfabrik im Herzen von Paris
Das Centre Pompidou wie das offiziell "Centre national d’art et de culture Georges Pompidou" meist genannt wird (die meisten Pariser sprechen einfach vom "Beaubourg"), ist wohl eines der spektakulärsten Kunst- und Kulturzentren Europas. Seine von den Architekten Renzo Piano und Richard Rogers entworfene Form mit dem außen liegenden Tragwerk und Versorgungsleitungen wirkt auch heute noch, gut drei Jahrzehnte nach der Eröffnung im Januar 1977, futuristisch.
Benannt wurde das Zentrum nach dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou, auf dessen Initiative der Bau zurückgeht. Das Centre Pompidou hat den Anspruch, den Parisern und den Besuchern der Stadt aller Gesellschaftsschichten freien Zugang zu Kunst und Wissen zu garantieren. Im Inneren des Gebäudes befinden sich das Musée National d'Art Moderne mit Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, die Bibliothèque Publique d'Information, das Musikforschungszentrum IRCAM, Kino-, Theater- und Vortragssäle, eine Buchhandlung sowie ein Restaurant und Café.
Das Gelände, auf dem das Centre Pompidou errichtet wurde, wurde zuvor als LKW-Parkplatz für den nahe gelegenen Großmarkt verwendet. Nach Abriss des Großmarktes von Les Halles (heute trägt ein Einkaufszentrum am gleichen Ort diesen Namen) wurde das Areal nicht weiter benötigt und ein Architekturwettbewerb zum Bau des Kunst- und Kulturzentrums wurde öffentlich ausgelobt, aus dem das Team aus Piano und Rogers schließlich siegreich hervorging.
Die unterschiedlichen Farben der außen am Gebäude angebrachten Rohre signalisieren ihre Funktion: Weiß sind das Tragwerk und die Belüftungsrohre bemalt, in rot sind Treppen, Rolltreppen und Fahrstühle gehalten. Gelb steht für die Elektrik, Grün für Wasserleitungen und blau für die Rohre der Klimaanlage. Durch die außen liegenden Versorgungsleitungen bleibt das Innere des Centre Pompidou weitgehend frei von raumtrennenden Leitungen und Stützen. Der von den Architekten ursprünglich vorgesehene Entwurf sah sogar höhenverstellbare Stockwerke vor, die in der späteren Realisierung allerdings den dafür erforderlichen Geldmitteln zum Opfer gefallen sind.
Vor allem in den Sommermonaten ist der Platz vor dem Centre Pompidou immer voller sich sonnender Besucher. Häufig werden sie von Straßenmusikern oder -artisten unterhalten. Direkt beim Centre Pompidou befindet sich auch der schöne Strawinsky-Brunnen, der vom Künstlerpaar Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely entworfen wurde. Rund um den Platz laden zahlreiche Cafés und Restaurants (zu den Paris-üblich nicht gerade günstigen Preisen) zum Verweilen ein.
Hier geht es zur offiziellen Internetseite des Centre Pompidou mit einer Übersicht über aktuelle Ausstellungen, die Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Leider gibt es sämtliche Informationen nur auf französisch, englisch und spanisch.

