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Marais Viertel - Galerien, Boutiquen und Cafés

Das Marais ist ein seit einigen Jahren sehr in Mode gekommener Stadtteil am rechten, nördlichen Seineufer, östlich vom Centre Pompidou. Das Viertel wird begrenzt vom Boulevard du Temple, Boulevard Beaumarchais, dem Boulevard de Sébastopol und im Süden von der Seine.

Die Bezeichnung "Marais" bedeutet im Französichen "Sumpf/Morast ", und tatsächlich handelt es sich um eine ehemalige Sumpflandschaft, die im Verlauf des 13. Jahrhunderts trockengelegt wurde. Das Marais hat seinen ursprünglichen, mittelalterlichen Charakter weitgehend erhalten können und wurde erst in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren zunehmend von Besuchern der Stadt entdeckt. Da aber - abgesehen vom Place des Vosges - keine der Top-Sehenswürdigkeiten von Paris im Marais liegen, machen nur wenige Touristen einen Abstecher durch das Viertel. Es lohnt sich aber sehr!

Im Marais ist vieles eine Nummer kleiner als in manch anderen Stadtteilen von Paris. Das Viertel hat die Modernisierungswelle des Stadtplaners Haussmann im 19. Jahrhundert unbeschadet überstanden, so dass keine großen Boulevards das Häusermeer durchschneiden. Alte, prachtvolle Paläste stehen im Marais neben windschiefen Wohnhäusern mit zahlreichen Hinterhäufen, in denen heute nicht selten avantgardistische Möbeldesigner und Modeschöpfer ihrem Handwerk nachgehen.

Der Hauptgrund für die meisten Besucher der Stadt, dem Marais einen Besuch abzustatten, dürfte der Place des Vosges sein. Nicht wenige Pariser bezeichnen diesen mitten im Marais liegenden Platz als den schönsten von ganz Paris. Er wurde zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts von Heinrich IV. an der Stelle eines alten Pferdemarktes angelegt. Auf dem Platz treffen sich bei schönem Wetter zahlreiche Familien mit ihren Kindern, Verliebte sonnen sich auf den Bänken, die den Platz umsäumen, und unter den Arkaden laden zahlreiche Cafés dazu ein, sich von den anstrengenden Besichtigungen ein wenig zu erholen.

Das Marais ist auch die Heimat des einstigen jüdischen Viertels von Paris. Schon im 13. Jahrhundert haben hier Juden aus aller Herren Länder eine neue Heimat gefunden - zunächst vor allem aus Portugal und Spanien, später auch aus dem Elsass und aus Osteuropa. In der Rue de Rosiers befinden noch heute sich zahlreiche jüdische Geschäfte, in denen koschere Lebensmittel angeboten werden. Einen Besuch wert ist auch die von Hector Guimard (bekannt vor allem durch die charakteristischen Eingänge der Pariser Metro) im Jahre 1913 errichtete Jugendstil-Synagoge in der Rue Pavée, der ersten gepflasterten Straße von Paris.

Und noch ein Highlight hat das Viertel zu bieten: Das Picasso-Museum in der Rue Thorigny Nummer 5. Das Musée National Picasso (so der offizielle Name) zeigt rund 250 Werke von Pablo Picasso aus allen Schaffensperioden. Überwiegend handelt es sich bei den ausgestellten Werken um Gemälde und Skulpturen, teilweise auch Zeichnungen. Neben Kunstwerken von Picasso selbst ist auch die private Sammlung von Picasso mit Werken seiner Künstlerfreunde Georges Braque, Paul Cézanne, Henri Matisse, Joan Miró, Amedeo Modigliani und Henri Rousseau gezeigt. Untergebracht ist das Picasso-Museum im Hôtel Salé, einem alten Palast aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das Museum ist am besten über die Metrostationen Saint Paul, Chemin Vert oder Filles du Calvaire zu erreichen. Die offzielle Internetseite des Picasso-Museums bietet (leider nur auf Französisch) Hintergrundwissen zum Leben und Werk von Picasso sowie nützliche Informationen für einen Besuche des Museums (u.a. Öffnungszeiten und Eintrittspreise).